Kenzari´s middle kata / Nihilists Split -FINIS-

New Scheme Fanzine [USA]

This split covers almost 50 minutes, featuring two German bands I’ve never heard of before. If this weren’t daunting enough, both bands are compared to At The Drive-In. To a certain and admittedly small sector of
music fans (present company included), this is a bit like comparing your band to The Beatles. You can’t judge a band by their bio, but I have to admit that I didn’t rush to put this on. When I finally did, I was pleasantly surprised by both bands’ contributions. Kenzari’s Middle Kata’s six songs of driving, angular post-hardcore remind me of Ten Grand and early Standstill. The guitar lines tend to be by far the most melodic part of every song, though never repetitive or obvious. The rhythm section borrows carefully from more driving Dischord bands. This sets gives most of the songs a quick pace, though not always a fast tempo.“Roman Á Clef” uses a long sound byte effectively as a vocal line for the first half of the song. It adds an imposing and uneasy feel to an already tense track. Their songs range a lot in dynamics and length, from just over a minute, to almost eight. Their timbre and approach is consistent, though the tempo and specific methods of construction vary a lot. Good stuff that borders on great after a few listens.
Nihilists’ open their side of the split in an even more ominous and gritty way with a short sound byte of their own. It quickly gives way to a heavy, post-metal guitar riff and frantically shouted vocals. The suggested comparison to fellow German natives Yage isn’t too far off, as are American bands like Yaphet Kotto or Malady. Their guitar lines tend to be much heavier than Kenzari’s, working closely with the rhythm section. The melodies are less obvious, though they are there, alternating between the vocals and dual guitar lines. “Endless Somersault” is probably the best example of this, which ends up sounding like a cross between The Refused and JR Ewing.
Both bands have a similar, immediate appeal. But after a few listens they seem more distinct from one another, with different takes on the best post-hardcore of the late 90’s.

[Anderson]


noisy-neighbours magazin

Aus der Münchner Provinz und aus Braunschweig kommt hier ein mutiger Freecore-Monolith auf meinen Plattenteller, dessen rastlose Härte erst mal den bemerkenswerten Mut beweist, sich an Vorgaben von Mars Volta, At The Drive In und Artverwandten abzuarbeiten. Die Jungs beider Bands nehmen sich eine Menge vor und brechen ihre Steigerungsläufe immer dann, wenn wir gerade mal glauben, den Rest des Songs zu kennen. Beide Bands sind ebenso versiert, wie mutig und haben mehr Phantasie, als die meisten Anderen ihres Fachs. Stärke der Bayern aus Wasserburg: die subjektivistische Wut des Gesangsduos, die Abstimmung der Gitarren, das Spannungsfeld zwischen intimer Ver- letzlichkeit und der wütenden Flucht nach vorn. Mit konsequenteren Spannungsbögen wäre ein Quantensprung möglich! Nicht immer sind die Breaks notwendig und Weniger wäre manchmal mehr gewesen – sie trauen den eigenen, tollen Ideen noch nicht so ganz.
Nach Braunschweig neben Kritik am zwar authentischen, aber nicht immer intonationssicheren Geschrei besonderes Lob für die Wucht des Ston- errock-geprägten Riff-Rituals. Das bedrohliche Post-Core-Gewitter entlädt sich nicht, ohne Luft zum Atmen zu lassen, in die dann auch mal liebevoll sphärische Collagen eingearbeitet werden, bevor sich das Unwetter auf`s Neue symphonischüber den Häuptern der staunenden Fans entlädt.
Tolles Songwriting!
Im Ganzen für beide Bands – ein dickes Lob. Den derart mutig Suchenden gehört die Zukunft zwischen Bay Area und deutscher Provinz. Das Neu-
rot-Recordings-Label sollte hier mehr, als nur ein Ohr riskieren!

10 Punkte

Andrasch Neunert


wastin!com


Für die Freunde der leicht vertrackten Post-Rock-Gangart gibt es mit der Split-LP 'Finis' von Kenzari´s Middle Kata und den Nihilists Neues auf die Ohren. Um Fehlannahmen direkt vorzubeugen: beide Bands haben einen sehr ausgeglichenen Anteil an der Gesamtspielzeit, die sich ungefähr 50:50 aufteilt. In der Tracklist mag dies anders aussehen, da die Nihilists mit einem Song weniger vertreten sind. Jedoch kommt die Spielzeit für beide Bands mit gut 25 Minuten sehr ausgeglichen daher. Schief gewickelt ist man auch, wenn man hier zwei ähnlich klingende Bands erwartet, da beide den vermeintlich selben musikalischen Background haben. Im Grunde ist dies ja auch richtig, jedoch gestaltet jede der Bands Ihre Auslegung von Post-Rock anders gewürzt.
So verfolgen Kenzari´s Middle Kata schon vom Sound her einen anderen Ansatz. Die Gitarren sind fast komplett unverzerrt, was den Songs eine ordentliche Portion Indie-Rock-Flair verpasst. Die Hauptriffs von 'Golden Age' oder 'Supraeconomism Is The New Challange' sind hier sehr gute Beispiele. Was ebenfalls sehr schnell auffällt ist, dass die Songs des Quartetts aus Bayern mit scheinbar wenig Text auskommen. Die Songs sind bei weitem nicht rein instrumental, oft scheint der Gesang aber rein akzentuierend eingesetzt zu sein. So werden die sozialkritischen und analytischen Ansätze der Texte sehr subtil transportiert. Es mag teilweise ungewohnt wirken, verleiht allem aber eine interessante Komponente, die durch die abwechslungsreichen Vocals noch verstärkt wird. Nicht nur deswegen wirkt zum Beispiel 'Arch & Status Log' ergiebig wie drei Songs, vielschichtig und komplex.
Was Ihren Sound angeht, verfolgen die Nihilists aus Braunschweig eher den Weg von Envy. Druckvolle Gitarrenwände mit massivem Bass unterlegt bilden den Teppich, auf dem sich der durchgehend geschriene Gesang ausbreitet. Neben experimentell anmutenden Samples und Klängen tummeln sich durchaus auch cleane Gitarrenlinien, was 'Endless Somersault' und auch 'The Noose' eindrucksvoll zeigen. Das Gro der Songs drückt aber unbändig nach vorne. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Songs hier kürzer wirken, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Auch scheint der Gesang dominanter zu sein, obschon auch hier eigentlich sehr ähnliche Textmengen eingesetzt werden. Diese doch recht krass wirkenden Unterschiede hat wohl auch das unbetitelte Instrumental zwischen den beiden Hälften der LP seine Existenz zu verdanken. Würde ein nahtloser Übergang ohne Zwischenstück einen absoluten Bruch im Fluss der Platte darstellen, bietet das Instrumental mit fast Free-Jazz ähnlichem Charakter einen passenden Übergang aus der fast Indie-artigen Welt von Kenzari´s Middle Kata in die Screamo-lastigere der Nihilists.
Und es macht Spaß, diese beiden Welten zu entdecken und zu erforschen. Die scheinbar leichtere und experimenteller wirkende auf der einen, und die scheinbar bodenständigere, energetischere auf der anderen Seite. Oder ist es umgekehrt? Gerade das macht diese Split-LP aus, denn so eindeutig lässt sich das gar nicht sagen. Mancher seichter Song wird nach mehrmaligem Hören zum fast bedrohlich wirkenden Konstrukt, das sich aber genau so wieder harmlos und freundlich geben kann. Das macht Spaß, macht es interessant, so dass Freunde der Post-Rock und Post-Hardcore Sparten sicher ihre Freude daran haben werden. Ein offenes Ohr ist hier allerdings Pflicht, denn diese Songs wollen erforscht und erkundet werden. Einfaches „nebenbei laufen lassen“ ist hier nur bedingt möglich.

Autor: Jens Classen



sellfish.de

Die Split-CD. Ein Format, das ähnlich wie die EP eigentlich noch viel zu selten bemüht wird. Eigentlich ja die perfekte Verschnaufpause zwischen zwei Alben. Dachten sich wohl auch Kenzari’s Middle Kata und animierten kurzerhand ihre Freunde und Kollegen von den Nihilists zu einer gemeinsamen Veröffentlichung. Dass dabei gleich fast eine komplette Stunde toller Musik bei rumkommt, hätten wohl nicht einmal die Anhänger beider Lager gedacht.
50 Minuten vollgepackt mit teilweise recht brachialem Gehacke, aber natürlich auch zahlreichen filigranen Momenten, für die vor allem mal wieder Kenzari’s Middle Kata sorgen. Sie schrauben immer weiter an ihrem Entwurf von Posthardcore und werden dabei von Mal zu Mal eigenständiger und überzeugender. Bis zu dieser Erkenntnis dauert es allerdings ein wenig, denn die neuen Stücke haben zunächst gar nicht mal so viel gemein mit den älteren Stück des Quartetts aus Südbayern. Während sie auf ihrem Mini-Album „When Error Is The Idea“ noch ein unglaubliches Tempo vorgegeben hatten, wurde es nun kontinuierlich ausgefeilter und anspruchsvoller. Das wird vielleicht nicht allen Fans der ersten Stunde gefallen, aber nur so werden es Kenzari’s Middle Kata dauerhaft schaffen spannend zu bleiben. Die Songs offenbaren inzwischen mehr Reife, lassen Freiraum, Gesang und Geschrei nehmen sich weiter zurück. Dadurch gewinnen die früheren Dreiminüter vor allem live an Energie, während die Band zusehends musikalischer wird. Der Sound bleibt weiterhin der alte. Roh und kantig klingt er. Die Gitarrenriffs zerschneiden so manche Stille, das Schlagzeug setzt ein Feuerwerk nach dem nächsten in die Welt und der Bass eiert durch die Landschaft, dass es eine wahre Freude ist. „Roman À Clef“ oder „Arch & Statue Log“ hätte man genauso gut auf „Black Box Consciousness“ wiederfinden können. Handelt es sich bei den neuen Songs also um überschüssige B-Seiten? Vielleicht. Aber wenn dann sind die ganz schön tight eingezimmert worden. Bei den Nihilists stehen noch nicht ganz so viele Tonträger auf der Haben-Seite, aber auch sie fahren ganz schön was auf. Ihre vier Stücke kommen fast wie eine Bewerbungsmappe daher. Der Sound der Braunschweiger ist nicht ganz so sensibel wie der ihrer bayerischen Freunde, dafür umso gewaltiger. Da ist mächtig was am Kochen – manchmal unter, manchmal an der Oberfläche. Progressive- und Post-Rock heißen hier die Köche und natürlich auch Hardcore der alten Schule. Yage mit tieferen Gitarren, Poison The Well in noch brutaler. Die Vergleiche hinken natürlich mal wieder. Zum Lachen scheinen die vier jungen Herren jedenfalls in den Keller zu gehen oder zumindest lassen sie jedes Anzeichen von Humor neben der Bühne und außerhalb ihrer Songs. „Keine Nummer unter fünf Minuten!“ Diese Prämisse haben sie vorgegeben und während so was bei anderen Kapellen nervt, mach das bei den Nihilists absolut Sinn. Ihre Energie entsteht durch Wiederholungen und indem sie Gerüste aufbauen, um sie dann doch wieder einzureißen. „Into The Shoal“ hat zurecht den Platz als Opener der B-Seite, „Coma“ macht den Deckel drauf. Wenn sie ein Element wählen müssten, wäre es sicher das Feuer und mehr muss man dazu eigentlich auch gar nicht sagen. Well done. Mal wieder.

Autor: Sebastian Gloser



hurricanebar.de

Myspace sei dank, sonst wäre dieses Split-Album doch glatt an mir vorübergegangen. Ebenso natürlich die beiden beteiligten Bands. Was schade gewesen wäre, da beide doch einen sehr gepflegten Musikstil inne haben. Kenazari’s Middle Kata stammen aus irgendnem Dörfchen aus Bayern. Und da scheint der Post-Punk bzw –Hardcore auch angekommen zu sein. Also nix da mit Blaskappele und Trachtenanzug. Weit gefehlt. Was die vier Jungs hier von sich geben ist verspieltes Zeug im Sinne von At-The-Drive-In und North Of America. Mal verschleppt, mal so richtig abgehend und auch noch wütend dabei. Dass dabei gerne geschrieen wird dürfte klar sein. Fünf echt geile Songs sind auf dieser Split enthalten, wobei DAS Highlight schlechthin „Arch & Statue Log“ mit seiner elegischen Ader darstellt. Auf alle Fälle hat mir das Ganz so gut gefallen, dass ich mir dann noch gleich ein komplettes Album zugelegt hab.
Gegründet haben sich Kenazari’s Middle Kata schon im Jahre 2003. Und seitdem geht es steil bergauf mit der Band. Ausverkaufte D.I.Y.-EP, welche nochmals vom Millipede records-Label veröffentlicht wurde sowie unzählige Auftritte mit Bands wie Sometree und Engine Down. Mal gespannt, was man von Kenazari’s Middle Kata hören wird. Zweite Band auf dieser Split sind die aus Berlin / Braunschweig stammenden Nihilists. Wie es bei solchen Splits oft üblich ist, haben die aufnehmenden Bands demselben Heimathafen. So auch hier. Die Nihilists frönen ebenfalls dem Post-Punk / Post-Hardcore zu; als Pate darf hier auch At-The-Drive-In stehen bleiben. Also dasselbe Schema wie bei Kenazari’s Middle Kata. Ja, wenn man oberflächlich sich das Ganze betrachtet. Nein, wenn man etwas genauer hinschaut und –hört. Hier ist man etwas metallischer unterwegs. Schon die fetten Riffs im ersten Song „Into The Shoal“ erinnern an frühere Metallklassiker. Dazu bleibt ein düsterer Geschmack inmitten aller Energie im Gehörgang kleben. Und schreien können die auch. Also keine Bange. Wobei mich das auch wie bei „The Noose“ teilweise an den Gesang von Hot Water Music erinnert. Zumindest solange, bis der Metal wieder Einzug nimmt. Fragt mich jetzt nicht, welche Band mir besser gefallen hat. Da gibt es keinen Unterschied in der Qualität für mich. Beide stehen für Energie und gleichzeitigem Darlegen von Gefühlen. Auf alle Fälle kann man aber eines locker sagen: Deutschland muss und braucht sich auch nicht hinter anderen Ländern bezüglich dieses Musiksektors zu verstecken. Es liegt nur noch an dem geneigten Hörer, das endlich festzustellen. Verdient hätten es beide Bands allemal. Also nix da mit „Finis“, sprich Ende. Das ist jetzt der Begin.

Bewertung: 09/12
Geschrieben von Thomas Stein


blueprint-fanzine.de

Auch wenn den Kenzaris aus Bayern der große Durchbruch bislang noch verwehrt blieb, so haben sie sich mittlerweile hierzulande in der Post-HC-Szene eine eingeschworene Fangemeinde erspielt, die die Konzerte in den entsprechenden Städten schon immer ganz ordentlich füllt. Und wenn man verfolgt, mit wem die vier Jungs so zusammen auftreten, kann man auch nicht von No Names sprechen. Doch genug dazu, kommen wir zur Split mit den Braunschweigern/ Berlinern NIHILISTS: beiden Bands wurde eine knappe halbe Stunde zugemessen, KENZARI'S MIDDLE KATA kommen in der Zeit auf fünf Songs die NIHILISTS bringen es auf vier Tracks. Hinzu kommt ein unbetiteltes Interlude, das gekonnt die Brücke zwischen den Bands schlägt. Für KENZARI'S MIDDLE KATA-Verhältnisse sind die neuen Songs vergleichsweise ruhig, sowohl von der Geschwindigkeit, als auch von der Lautstärke. Keine Sorge: für Balladen oder Mainstream würden sich die Buben schon nicht hergeben, tatsächlich lockern die neuen Sachen das Live-Set der vier Jungs ein wenig auf, um mal kurz durchzuschnaufen. Als Referenz können sie tatsächlich wohl am besten selbst herhalten - soll heißen: durchdacht, ernst, musikalisch wie immer auf höchstem Niveau, nur sind die Gitarren diesmal nicht so verzerrt, die Songs langsamer, weniger von Breaks durchsetzt – im Großen und Ganzen ein wenig mit der Entwicklung von STANDSTILL vergleichbar.
Bei den NIHILISTS dachte ich im ersten Moment noch: Stoner Rock! Doch Moment, den Eindruck erhält man nur nach dem instrumentalen Einstieg von "Into the shoals". Spätestens als eine halbe Minute später der Gesang einsetzt und sich auch musikalisch der Stil verkompliziert, fällt auf, dass sich die NIHILISTS ihre eigene Nische zwischen Bands wie NEUROSIS, UNSANE und ENVY, sowie den Schubladen Noise-Rock und Nu School Hardcore schaffen. Gleichzeitig druckvoll, experimentell, melancholisch, düster, bisweilen gar exorzistisch anmutend.
Eine feine Split-CD von zwei Bands, die musikalisch zwar verschiedenes Terrain bearbeiten, sich nichtsdestotrotz aber zu einer runden Sache ergänzen. Und das Artwork steht dem in nichts nach.

Bewertung: 8/10


allschools.de

Mit dieser Split leisten KENZARI ..S MIDDLE KATA und die NIHILISTS gekonnte, wenn auch keine perfekte Basisarbeit. Der oftmals vorherrschenden qualitativen Diskrepanz zwischen den jeweiligen Bands auf vielen, vielen Split- Cds konnten die hier vertretenen Bands aber entgehen. KENZARI ..S MIDDLE KATA und die NIHILISTS spielen eindeutig in derselben Liga. Mit den ersten klängen der vorgelagerten KENZARI ..S MIDDLE KATA wird schnell klar: Intentional progressive Songs mit emotionalem Drift bieten das Gerüst für teils ausufernde, immer irgendwie in Schräglage dahinrauschende Songs. Dabei deckt sich die Soundpalette von Indierock über Post- Punk und – Hardcore bis hin zu leichtem Experimentaleinschlag fast wie von selbst ab. Keine gestellte Attitüde, keine krampfhafte Künstlergeste versalzt die gut gelungene Klangsuppe. Lediglich der etwas über den klaffenden Songs stehende Kreischgesang ist bei den ersten zwei Hördurchgängen gewöhnungsbedürftig. Sehr hervorzuheben ist außerdem die Produktion der ersten fünf Songs, nämlich gleichermaßen druckvoll und transparent, genau wie es bei dieser Art von Musik sein sollte.

Die Nihilist schlagen grundsätzlich zwar in die gleiche Kerbe, lieben jedoch die härtere Gangart und den etwas forscheren Punch von Bands wie AT THE DRIVE IN, LONG DISTANCE CALLING oder auch ENVY und THE OCEAN. Die punktgenau eingespielten, druckvollen Songs bewegen sich im eher gesetzteren Geschwindigkeitslevel, was jedoch keinerlei Energieverlust verursacht. „Endless Somersault" gebärdet sich als sprechende Soundwand mit kleinen Erkern, klaffenden Löchern und einer Menge verbauten Gitarren- Klinkern. Wenn man so die Fugen entlang rutscht bleibt man an den vielen kleinen Details hängen welche die zweite Seite dieser Split bietet. Und diese erscheinen in ihrer Aufschichtung clever geplant worden zu sein. Denn jedem der paar Songs wohnt eine eigene Dynamik inne die sich mit zunehmendem Hörverlauf auch im Gesamtbild sehr positiv bemerkbar macht. Also, wer mit etwas progressiveren Tönen und ehrlich gespielter, clever komponierter Musik etwas anfangen kann und trotzdem nicht seine Hardcore- und Punk- Wurzeln verleugnen möchte sollte hier auf jeden Fall reinhören. Am besten in die auf 222 Exemplare limitierte Vinylversion.

Bewertung: 8/10 + CD Tip des Monats


borderlinefuckup.wordpress.com

"From the first time we met, we knew indeed we were trying to keep up the same dead thing. So before we started we were already finished. Long live the fucking dead". So das Ende von Roland’s Beschreibung der Intention diesr Platte. Passend dazu heißt die LP "Finis", was nix anderes als Finish oder Schluss heißt. Wo andere Splits oft lieblos hingeklatscht sind, da ist "Finis" das krasse Gegenteil davon. Neben dem Thema bzw. der Intention der beiden Bands, überzeugt auch das edle Layout, mit seinem olivegrünen Digipack. Aber auch inhaltlich ist das ganze eine vollkommen runde Sache. Obwohl sie sich phasenweise sehr stark voneinander unterscheiden, passen die Bands einfach saugut zusammen. Somit schaffen sie innerhalb dieser 50 Minuten durchaus sowas wie ein Gesamtwerk.
Eröffnen dürfen die grandiosen Kenzari’s Middle Kata. Auch wenn ich nicht weiß, wie ich die 5 Stücke von KMK verstehen soll, muss ich erneut meinen Hut vor dieser Band ziehen. Es kann sein, dass die Band mal eine andere Seite von sich zeigen wollte und diesen Split als Gelgenheit dazu nutzte. Kann aber auch sein, dass diese Songs als Wegweiser dienen. Wenn ja, dann Respekt! Respekt vor so viel Mut, denn Überhits wie "Romance sedated, Focus far" oder "Unipoint Context" braucht man hier nicht zu suchen. KMK zogen genau die umgekehrte Evolution durch und klingen um einiges weniger eingängig als auf der EP oder dem Full Length. Witzig ist das vorallem, da die Songs eigentlich softer und melodischer geworden sind als der alte Stoff. Das Geschrei wurde ebenfalls auf ein Minimum reduziert. Allerdings sind die fünf Stücke hier viel offener, verträumter, progressiver und noch mehr in Richtung atmosphärisches Gesamtwerk getrimmt. Anstrengend wirds dabei allerdings nie, bleibts doch stets klar und melodisch, statt übertrieben frickelig. Allerdings fehlen die richtig anfixenden Hooks und tanzbaren Momente etwas. Auch die Vocals sind weniger eingängig und überhaupt noch sparsamer eingesetzt. Brutal daran ist aber: es funktioniert trotzdem! Auch wenn mich die beiden vorangegangenen Meisterwerke eindeutig mehr anmachen als der neue Stoff, ist das hier immer noch versierte, höchst atmosphärische Musik, irgendwo zwischen Postrock, Indie und Screamo.
Komischerweise näherten sich die Kenzaris mit dieser Herangehensweise ihren Splitpartnern. Denn Nihilists stellen in ihren 4 Songs auch die Atmosphäre und das Gesamtwerk in den Mittelpunkt, sind aber trotzdem schwer vergleichbar mit KMK. Dafür sind sie viel zu heavy, viel zu flächig. Irgendwo zwischen alter Hydra Head- und neuerer Relapse-Schule dominiert in den Songs eine Mischung aus groovigen, metallischen Moshparts, ruhigen Passagen und dem ein oder anderen Experiment. Am ehesten erinnert mich das beinahe an die Dänen von Complete. Mit dieser Mischung aus metallischem New School und progressiven Anleihen klingen Nihilists heutzutage auf jeden Fall SEHR unverbraucht. Hoffen wir mal, dass man bald ein richtiges Album der Jungs in den Händen halten kann. Der Ersteindruck der Band ist jedenfalls großartig. Und in Verbindung mit den bekannten Qualitäten von KMK springt hier mit "Finis" eins der besten Split-Veröffentlichungen der letzten Jahre raus! Pflicht!

Bewertung: 8/10


Truesidemusic Online Zine

Das es doch noch Bands gibt, die musikalisch etwas auseinander liegen aber es trotzdem schaffen eine schöne Split CD aufzunehmen beweisen Kenzaris Middle Kata und Nihilists eindrucksvoll auf ihren ersten gemeinsamen Output. Wärend die Kenzaris sich eher in Richtung Post-Rock/Hardcore einordnen lassen ziehen die Jungs von Nihilists etwas härter vom Leder. Nach zahlreichen gemeinsamen Shows und einer erfolgreichen Tour schloss man sich zusammen ins Tonstudio ein. Kenzaris Middle Kata machen den Anfang mit 5 Songs die allesamt ins Herz und ins Gehör gehen. Manchmal leicht melancholisch und manchmal direkt ohne umschweife. Bands wie z.b.: Grave,Shovel... Lets Go! oder Kids Explode lassen sich hier wohl als die besten Vergleichsbands anführen. Danach treten Nihilists ins Rampenlicht und "meine fresse" hier wird einem feinster mid 90s Screamo im Stile von Yage oder Kill.Kim.Novak geboten. Alle 4 Songs wissen zu überzeugen,vertrackte spielweise und quälender gesang runden das Gesamtbild ab. Millipede Records haben hier ein gutes Händchen bewiesen und darüber hinaus kommt die Split in einem äusserst ansprechenden Digipack um die Ecke, also ein absoluter Pflichtkauf.


Music-Scan.de

Über Millipede Records erscheint die gelungene Split zweier inspirierter Post-Hardcore-Bands aus heimischen Landen, die neuerlich als Beweis dafür gewertet werden muss, dass die deutsche - respektive europäische - Rock-Szene der amerikanischen längst in nichts mehr nachsteht. Man muss nur die Bereitschaft aufbringen, aufstrebenden Gruppen eine Chance zu geben. Faustdicke Überraschungen sind dann vorprogrammiert. Aus dem letzten Jahr sind die neuen Longplayer von Long Distance Calling oder Tephra noch in guter Erinnerung und auch die Bayern von Kenzari's Middle Kata sowie die Braunschweiger Nihilists hinterlassen einen starken Eindruck. Beide Split-Hälften haben ihre Momente, wobei das trennende Instrumental einen schönen und nötigen Cut setzt. Denn während sich die Bayern bedächtig und erdig immer mehr dem Indie-Rock zuwenden, führen die Niedersachsen dichte und wuchtige NoiseCore-Kompositionen ins Rennen. Es beginnt mit Kenzari's Middle Kata, die so "gemässigt" und ausgebremst wie niemals zuvor agieren. Egal, ob man nun das Tempo, die Gitarren oder den Gesang betrachtet: Die allgemeine Tendenz zeigt in Richtung Generalität und Eingängigkeit. Der frühere New School-Touch ist Geschichte, wie es auch die verzerrten Gitarren sind. Wirkung erzielen die gefühlvollen Tracks dennoch, wobei das runde und stimmige Songwriting die Basis bildet. Schön. Die Nihilists setzen in der Folge auf weitaus schnellere und komplexere Post-Core-Sounds, die auf Elementen aus Noise und Chaos basieren. Die Braunschweiger sind wuchtig wie massiv und zeigen sich immer wieder auch vordergründig experimentell angelegt. Man darf sich nie zu sicher sei, was wohl als Nächstes passiert. Das sorgt für Unterhaltung und garantiert für Abwechslung. Ebenfalls schön.

Bewertung: 7/10


wltu-music.de

Die Aufschrift auf dem Albumcover deutet schon an, dass es sich diesmal um eine Split mit NIHILISTS aus Berlin handelt. KENZARI'S MIDDLE KATA aus Aschau vertreten dabei die Dischord-Schiene und konnten sich in den letzten zwei, drei Jahren ihrer Existenz durchaus einen Namen machen. Ihr opulenter Indierock, der nicht selten an ...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD erinnert, überzeugt durch die gesunde Balance zwischen Verspieltheit, verträumten Passagen, leicht kautzigen Vocals und man möchte eine solche Band nur ungern missen. Das Vermächtnis von KENZARI'S MIDDLE KATA umfasst bisher die MCD "When Error Is The Idea", ihr 2006 erschienenes Album "Black Box Consciousness und nun schliesslich "Finis". Zehn Tracks, die zeigen in welcher Perfektion man Postcore zelebrieren kann. Die NIHILISTS aus Berlin/Braunschweig gehen etwas brachialer zu Werke, sind aber ebenfalls eine komplexe und kopflastige Band, die sich ziemlich gut mit KENZARI'S MIDDLE KATA ergänzt. Die Süddeutschen geben fünf Songs zum Besten, NIHILISTS deren vier. Das Album erscheint als Digipack und wer schnell ist, kann sich das auf 222 Stück limitierte durchsichtige Vinyl sichern.

Bewertung: 8/10



Ox-Fanzine / Ausgabe #76

Na klar, Freunde konkurrieren nicht, aber wenn sie schon zusammen eine Platte veröffentlichen, dann müssen sie sich auch miteinander vergleichen lassen. Diese Split-CD teilen sich KMK aus der bayerischen Provinz und NIHILISTS aus Berlin/Braunschweig. Die Ersten gehören schon seit langem zu meinen persönlichen Favoriten, und es ist schön zu sehen, dass die Band kontinuierlich an sich arbeitet und mit jeder Veröffentlichung ein reiferes Songwriting zeigt. Diesmal gehen die Songs ein wenig weg vom üblichen Post-Punk beziehungsweise -Hardcore, sind über weite Strecken instrumental und orientieren sich sogar an Postrock-Bands wie FROM MONUMENT TO MASSES oder ähnlichen, ohne dass die Band dem eigenen Stil untreu würde, den sie sich über die Jahre erarbeitet hat. Von den NIHILISTS habe ich im Vorfeld nur Gutes gehört, im Vergleich fallen sie jedoch ein wenig ab. Ihr wuchtiger Lärmrock walzt sich regelmäßig über die Fünf-Minuten-Grenze hinweg und erinnert dadurch an die zahlreichen so genannten Postmetal-Bands, die momentan so hip sind. ISIS oder BOSSK, um mal zwei zu nennen. Gar nicht schlecht, im direkten Duell aber gewinnt auf dieser Veröffentlichung die leichtfüßigere, verspieltere Band. Und das sind KMK.

(8)

(Christian Meiners)